Candide oder “…die beste aller möglichen Welten…”

“Oder die beste aller Welten…”
Voltaires “Candide” schließt mit dem berühmten Satz “…das ist alles schön und gut, aber unser Garten muß bestellt werden!”
Uns, damit sind wohl wir alle gemeint…
Unseren Garten bestellen – als Sinn des menschlichen Daseins…
Garten, Landschaft, der Mensch als Gärtner, Garten Eden, das Paradies aus dem wir vertrieben wurden, um das Sorgen und Pflegen zu lernen, uns zu Gärtnern machte.
Der Garten Dilmun aus dem Gilgameschepos mit seinen Blumen aus Edelsteinen, das Elysium, fern von Schmerzen und Sterblichkeit bis zu dem kleinen Gärtchen hinter einem unscheinbaren Häuschen.
Und nicht zu vergessen die Gärten der Toten.
Wann mutet uns eine Landschaft malerisch, be- und verzaubernt, märchenhaft oder gar paradiesisch an?
Wie bei meinen früheren Arbeiten geht es auch jetzt wieder um den Bildraum.
In den letzten Werkgruppen, “Schlelmengarten” und “El Capricho”, bildeten
museale Kleider den Raum und wurden von Figuren bevökert, Tiepolo und
seinen Räumen, aus Ruinenteilen erbaut, folgend.
Jetzt sind es Gärten, wobei ich zu meiner eigenen Überraschung zwischen
Kleider und Gärten gewisse Paralellen entdecke. Vorher waren es Kleider als
Gärten, jetzt vielleicht umgekehrt.
Pastorale – gerne würd ich den Staub auf diesem Suget zum Glitzern bringen☺

“Oder die beste aller Welten…”

Die Einladung der Galerie Centrum in Graz haben wir gerne angenommen.
Die Möglichkeit, unsere beiden Positionen miteinander zu verbinden, unserer Verwandtschaft auch als Künstler generationsübergreifend nachzugehen, verbindendes und unterschiedliches anzuschauen, erscheint uns sehr reizvoll.
Benjamin Nachtigall und Alicia Sancha, Sohn und Mutter. Beide arbeiten mit Figuren in Landschaften, Benjamin in seiner neuen Werkgruppe rückbezüglich, auf das Schaffen von Blidern als solches. Die Architektur seiner Landschaftsräume werden aufgebaut durch monumentale, saftige Früchte und umgedeutete Gebrauchsgegenstände wie eine Waschmaschiene, die durch ihre Position und Strahlkraft am Horizont wie eine Sonne wirkt, eine Mischmaschiene am Parkett, Küberl und Schauferl. Bilderrahmen führen von einer Daseinsebene in die nächste, verdichten das dargestellte, das Geschehen wird zusammengehalten durch eine intensieve Farbigkeit.
Benjamin Nachtigall wird auch Tonfiguren und Radierungen zeigen.
Alicia Sancha dient als Modell der verwilderte Garten der englischen Verwandschaft in Devon. Modell für eine Ästhetik, die ihren Ursprung in der Landschaftsmalerei des Barocks hat.
Garten als Landschaft mit seinen diversen Verknüpfungen zum Paradies, zum Märchenhaften, dem verzauberten und feenhaften , der Garten als Sinnbild für Sehnsucht aber auch der menschlichen Fähigkeit zu sorgen, hegen und pflegen…
Sancha malt Pastoralen denen sie einerseits die Ruhe und und Beschaulichkeit der historischen Vorbilder zu verleihen versucht, anderseits aber ein Stück weit durch einen Funken Irionie in den Figuren wieder bricht.
Ironie und Humor, die für Nachtigall in noch grösserem Masse gelten.
Die Ausstellung eröffnet am 17. Januar 2014 und wirdstrangle6 2 Wochen dauern.

Spreyed Animallife

Yesterday, saturday, spring started I went with my friend Christine for a walk along the Donau Kanal. It used to be a pretty dreary place.

It has developed into a living gallery for sprey artists. Lots of them had come and where spraying awy. I was upset for not having taken my camera.

So today, sunnday, I decided to go again and thought of interveauing some of them. I was curious what makes them choose the speace on wich they

paint. Is it that the preveous design is so ugly or is it becouse they like it and they want to add to it.

How preconseved is their picture and do they make the desighn no matter where it is going to be painted…

all sorts of questions

but when I got there I had a surprise

no sprayers around

Do sprayers obstain of working on sunnday?

So I had a cup of coffee at Tel Aviv.

A frog a day
A frog a day

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El Capricho 48 Calle de Alcala esquina Cedaceros

In den letzten Monaten haben mein Neffe Russell und ich eine neue Webseite für mich erstellt – sie ist schon fast fertig.

Auf einmal kann ich viele meiner Bilder gleichzeitig anschauen.

Weiblichkeit scheint wiederkehrend Thema zu sein.

In meinen früheren Bildern tritt diese Eigenschaft meistens nur als Teil eines Gegensatzpaares auf.

Kein  Weib ohne Mann,

beide verkörpert im Bild durch jeh eine menschliche Figur oder Tier,

oft ein Hund.

Abgesehen davon, daß meine Werkgruppen ineinanderzufließen beginnen,

nicht mehr programmatisch getrennt sind,

wird die alte Frage jetzt von dieser Dualität entkoppelt.

Die Representanten der Eigenschaften, männlichen und weiblichen, werden nicht mehr durch verschiedene Personen verkörpert,

die Eigenschaften selbst sind Personen geworden.

Menschen sind aus meinen Bildern verschwunden, tauchen vielleicht noch als Porzellanfiguren auf.

Stattdessen ist ein buntes Volk von Dingen und Tieren eingebrochen

manchmal ergießen sie sich kaskadenartig über die Leinwand.

Anfänglich haben sie sich noch an das Raumveständnis klassischer Stillleben gehalten, spätestens seit “Schelmengarten” ist alles scheinbar aus dem Ruder gelaufen –

der Raum, die Dinge und ihre Symbolik, alles kann auch das Gegenteil bedeuten.

Kleider fliegen durch die Luft, versinken in Wasser oder verflüssigen sich, werden zu Wolken oder Wolken zu Kleidern.

Wasservögel, Frösche tummeln sich im Wasserrock

im Hintergrund eine Zirkustruppe, für die diese Landschaft eine willkommene Bühne bietet.

Und doch sehe ich mich auch jetzt gewissen Traditionen folgen.

Ursprünglich hat man mit “Capriccio” (die italienische Schreibweise jetzt mal)

ein Bild bezeichnet, dessen Raum hauptsächlich durch Ruinen,

oder Teile davon, aufgebaut ist.

Meine Räume werden durch Kleider dargestellt, ich verwende

Kleider oder schöne Fetzchen wie Gebäude, Säulen, Terrassen, aber es sind historische Kleider, also schöne Ruinen.

Es sind Kleider aus dem Metropolitan Museum und wurden von der Designerin Lucile Duff Gordon in den 20iger Jahren des 20igsten Jhs. entworfen

Sie selbst gehört außerdem zu den wenigen Menschen, die den Untergang der Titanic überlebt haben – irgendwie verdichtet dieser Umstand ihren Nachlass und vielleicht drängt es mich daher,  sie in Flüssigkeiten zu tauchen.

Gott soll abhüten, ich möchte mich nicht mit Canaletto, Piranesi, Tiepolo oder -ganz zu schweigen, mit Goya vergleichen – Künstler, die Caprichos geschaffen haben,

aber zu ihnen hinaufzuschauen ist herzerwärmend.

 Ah, da fällt mir Antoni Gaudis witzige Villa El Capricho vor Barcelona ein!

Bei meiner Beschäftigung mit Stoffen, Kleidern, Federn und Schuhen, Weiblichkeiten aller Art, fällt mir das Geschäft meiner Urgroßeltern in Madrid und meine Großmutter Matilde Padròs Rubió ein.

 

Sie war die erste Frau, die an einer spanischen Universität studiert und das Studium 1893 mit einem Doktortitel, und zwar mit Auszeichnung, abgeschlossen hat.

Als Matilde inskribierte, konnten 9 von 10 Frauen, die im Geschäft ihres Vaters einkauften, weder lesen noch schreiben.

Das Geschäft hieß El Capricho und befand sich auf der Calle de Alcala 48, noch heute eine der zentralen Straßen Madrids.

Es war auf Damenmoden spezialisiert.

Nachdem Matilde ihren Doktortitel erhalten hatte war es aber klar, daß ihr Vater Timoteo von seiner Tochter erwartete, im Geschäft tätig zu werden.

Von da an führte sie nicht nur die Buchhaltung, sondern fuhr regelmäßig nach Paris um Werkspionage zu betreiben und die neuesten Modelle der Pariser Damenmoden zu zeichnen.

Zurück in Madrid wurden sie nachgenäht.

Nachdem El Capricho Anfang des 20igsten Jahrhunderts zusperren musste, eröffne ich es jetzt in Innsbruck mit meinen Bildern wieder.

Hier kann ich meine Kleiderfragmente mit ihren Maschen, Falten und Rissen ausbreiten –

 zum Teil schon etwas zerschlissen,

ein kleiner Schlapfen, geformt wie ein Kahn, mit Katzengras gefüllt,

ein Kleid als Garten,

Vögel mit ihren Federn und Schnäbel,

pelziges Getier.

Eulen, von denen es heißt, sie lockten andere Vögel vor die Flinten der Jäger…

Ich weiß nicht, ob das wiedereröffnete Geschäft meinen Vorfahren zur Ehre gereichen wird,

aber sie sind alle nicht mehr.

Wer soll da richten.

Alicia Sancha

El Capricho

parque_del_capricho Madrid
parque_del_capricho Madrid
Antoni Gaudi
Antoni Gaudi

 

red Lucille dress
red Lucille dress